Silvesterläufe

Deutschlandweit ist der Silvestertag der Tag im Jahr mit den meisten Laufveranstaltungen.

In der Pfalz haben am letzten Tag des Jahres die Läufe in Kottweiler-Schwanden (über 800 Teilnehmer im Ziel) und in Schifferstadt, über 700 Laufenthusiasten im Ziel, schon eine lange Tradition, denn sie wurden heuer zum 47. bzw. 38 Mal durchgeführt. Einige der deutschlandweiten Veranstaltungen bringen mehrere Tausend LäuferInnen an den Start und ins Ziel, sodass an diesem besonderen Tag mehrere Zehntausend Sportler sich bewegen.

Trier: Stimmungsmäßig dürfte in Deutschland der Bitburger-0,0%-Silvesterlauf Trier die Nummer eins sein. Die Veranstalter haben sich ab 1990 am weltältesten Silvesterlauf im brasilianischen São Paulo orientiert. Und wie in Südamerika gehören Samba-Trommler und brasilianische Schönheiten auch in Trier einfach dazu. An jedem 31. Dezember feiern die besten deutschen Läufer zusammen mit internationalen Assen, Hobbyläufern wie Spitzensportlern, Nachwuchsläufern und Senioren den Jahresabschluss an der Mosel. In 12 Rennen wurden weit über 3.000 Finisher registriert. Im Frauen-Elitelauf über fünf Kilometer war auch die derzeit beste TSV-Mittel- und Langstreckenläuferin Sandra Sehringer am Start. Aus Respekt vor den klangvollen Namen der jungen Eliteläuferinnen wie Katharina Steinruck (die bereits die Marathon-Quali für die Olympischen Spiele 2020 in Japan erfüllt hat), Gesa Krause (der WM-Dritten von Doha über 3.000 m Hindernis), Elena Burkart (Vorjahrssiegerin in Trier und deutsche Crossmeisterin) sowie zwei afrikanischen Laufassen u. a. mehr hatte die TSV-Seniorin sich ganz hinten angestellt. Das wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Denn es gab ein ganz schönes Gedränge unter den rund 60 gemeldeten Eliteläuferinnen auf dem ersten halben Kilometer und so musste Sandra dann in Schlangenlinien überholen, bis sie sich in ihrer Leistungsgruppe eingeordnet hatte. Die Strecke, eine 1-km-Runde durch die Trierer Altstadt, die fünfmal zu laufen war, wurde für sie zu einem einmaligen Erlebnis. Rund 15.000 Zuschauer, in 2er und 3er-Reihen an der Strecke stehend, haben die Läufer und Läuferinnen lautstark angefeuert. Trillerpfeifen, Konfetti und Sambaklänge gehören hier zum guten Ton. Alle 100 Meter bekamen die Teilnehmer akustischen Rückenwind, unter anderem durch Trommlergruppen, Rockmusik auf dem Kornmarkt – sowie durch die Moderation von Ex-ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann und Silvesterlauf-Mitbegründer Berthold Mertes auf dem Hauptmarkt. Dort schlug das Herz des Silvesterlaufs. Auf dem Marktplatz wurde gestartet, er wurde nach jedem Kilometer überquert, und dort erfolgte auch der Zieleinlauf. Während an der Spitze die drei Deutschen mit Marthe Yankurie aus Ruanda für ein flottes Tempo sorgten, konnte die TSV-Läuferin im Mittelfeld gut mithalten. Überraschungssiegerin wurde dann nach einem Steigerungslauf und einem gewaltigen Endspurt in der letzten Runde Katharina Steinruck, die Tochter der Bundestrainerin und früheren Weltklasse-Marathonläuferin Kathrin Dörre-Heinig. TSV-As Sandra lief als 31. und Siegerin der Altersklasse W 45 nach 19:27 min im Ziel ein. Die Atmosphäre bei diesem Laufspektakel hat ihr so gut gefallen, dass sie zu ihrer Trierer Freundin Karin sagte: „Ich komme wieder.“

Wer ausführlich über diesen Lauf informiert sein möchte, klicke sich bei www.LaufReport.de ein.

Schifferstadt: Auch der Schifferstadter Silvesterlauf prosperiert. Über 1.200 TeilnehmerInnen konnte der veranstaltende LC Schifferstadt im Ziel registrieren. Im Hauptlauf über 10 km lief Michael Ohler als Gesamtsiebter und Sieger der AK M 50 nach 35:30,6 min ins Ziel. Auf Rang 28 der W 40 kam Gaby Kling. Im Jugendlauf über 5 km bewies sich Emilio Ohler nach 23:53 min als Siebter der MJU 14. Stark besetzt war auch der Schülerlauf über 1.000 m. Hier belegte Sylvie Bode nach 4:07 min bei der wJU 10 den zweiten Rang. Ihr Bruder Maximilian erreichte nach 4:36 min bei der mJU 10 Rang 11. Schließlich gelang Raphael Eichenlaub im Bambinilauf über 600 m ein Volltreffer: Mit der Startnummer 8 lief er nach 2:34 min auf Rang 8 ein.

Insgesamt war dies für die Kandeler Leichtathleten ein gelungener Abschied vom Jahr 2019. (RS)