Von Athen nach Sparta


Michael Ohler hat bei seiner ersten Teilnahme beim legendären Spartathlon über 246 Kilometer in Griechenland das Ziel erreicht. Es war der härteste Lauf seines Lebens!

36 Stunden bleiben den Läuferinnen und Läufern bei einem der härtesten Ultrarennen der Welt bis ins Ziel. Auch bei guten Bedingungen schaffen es sehr viele nicht, aber was die Läuferinnen und Läufer diesmal erwartete, war wohl eins der schlimmsten Wetterereignisse der Geschichte des Laufs, der Mittelmeer-Wirbelsturm „Sorbas“.

Bei diesen extremen Wetterbedingungen brauchte er 29:38:18 Stunden und kam als 44. Läufer von 400 Startern in Ziel. Gut die Hälfte der Starter gab vorzeitig auf oder erreichte die engen Zeitvorgaben nicht.

Gut vorbereitet ging es für Michael morgens an den Start unterhalb der Akropolis von Athen. Der leichte Regen störte da nicht, sondern verhalf noch zu guten Zwischenzeiten. Nach etwa 80 Kilometern ging es über den Kanal von Korinth und es lief sehr gut. Michael lief bei den Bedingungen etwas zu schnell an und brauchte für die ersten 100 Kilometer gerade mal 8:32 Stunden und befand sich zu dem Zeitpunkt überraschend in der Top Ten.
Ab 110 Kilometern wurde der Regen aber stärker, die Dämmerung setzte ein, und es wurde deutlich kühler. Bei Kilometer 120 setzte dann sintflutartiger Regen ein, so dass die Straßen zu Seen und die Anstiege zu reißenden Bächen wurden. Michael konnte nach 147 Kilometern dann endlich die durchnässte Kleidung wechseln und bereitete sich für die größte Hürde des Spartathlons vor. Der auf etwa 1700 Metern über dem Meeresspiegel liegende Sangas-Pass, der auf einem steinigen Hirtenpfad in der Dunkelheit der Nacht überquert werden muss. Die Überquerung war dann gleich schon mal eine knüppelharte Nummer, da Regen, Nebel und Wind im Gipfelbereich und auf der Abstiegsseite alles abverlangten. Vor allen bergab hatten alle durch die Nässe und dadurch bedingte Rutschgefahr enorme Schwierigkeiten.
Nach dem Abstieg hatte die Intensität des Regens zwar nachgelassen, aber nach und nach hat sich gezeigt, dass die harten Bedingungen bei Michael echt Spuren hinterlassen haben. Zu muskulären Schmerzen in den Oberschenkeln und Appetitlosigkeit machten die Akkus der Stirnlampe schlapp. So musste Michael bis zur Morgendämmerung ohne Licht laufen.

Michael biss sich nun von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation durch. Dann, etwa 25 Kilometer vor dem Ziel, schlug „Sorbas“ nochmals mit aller Macht zu, wieder sintflutartiger Regen, garniert mit heftigen Sturmböen.
„Bäume am Wegrand sind umgeknickt und die Straßen waren überspült“, berichtete er nach dem Rennen. Jetzt zählte noch mehr der absolute Wille um im Ziel anzukommen. „Nach meinem Ausstieg im letzten Jahr beim UTMB war Aufgeben keine Option! Ich war Mental auf alles vorbereitet!“

Der Zieleinlauf zur Statue des Königs Leonidas in Sparta war auf Grund des Wetters natürlich nicht das, was man gewohnt ist. Trotzdem war Michael froh und genoss den Zieleinlauf in vollen Zügen. „Selbst die Helfer an den Verpflegungsstellen waren auf diese Bedingungen nicht vorbereitet. Daher einen großen Dank an alle Helfer und die sehr gute Organisation durch das Spartathlon Team.“

Michael lobte die sehr gute Atmosphäre im deutschen Team. Hier hatte die DUV (Deutsche Ultra Vereinigung) sehr gute Arbeit geleistet!

Fotos gibt es hier!

Zusätzlich noch ein kleines Video vom Veranstalter:

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